BMW Luftsport Ausflug zum Dolmar 2009

Der Dolmar ist ein Berg am südwestlichen Ende des Thüringer Waldes, an dessen Südwestflanke nach der Wende auf dem Gelände eines ehemaligen russischen Panzerübungsgeländes ein neuer Ultraleichtflugplatz eröffnet wurde. Aufgrund seiner einzigartigen Lage und der freundlichen Atmosphäre ist dieser Flugplatz immer eine Reise wert. Und so war es am 25. September wieder so weit, daß wir einen Ausflug zum Dolmar geplant hatten. Die Wettervorhersage sagte für den Freitag eine tiefe geschlossene Wolkendecke, die sich im Laufe des Vormittags anheben und auflockern sollte und für die darauf folgenden Tage schönes Spätsommerwetter vorher. Also trafen wir uns am Freitag Morgen gegen 10:00 Uhr an unserem Startflugplatz Jesenwang (EDMJ). Die dort zu dieser Zeit noch fast aufliegenden Wolken (sprich Nebel) machten einen Abflug zunächst unmöglich, und so vertrieben wir uns die Zeit mit Fliegertratsch und wärmten unsere Hände an einer heißen Tasse Kaffe. Gegen 11:00 Uhr zeigten sich die ersten Wolkenlücken und auch die Untergrenzen hatten sich schon deutlich angehoben. So machten wir die bereits vollgetankten Maschinen startklar und gegen 12:00 konnte es losgehen. Das ursprüngliche Ziel, unterwegs bei einem Abstecher nach Hassfurt (EDQT) einen Freund zu besuchen, wurde wegen dessen Absage verworfen, und so ging es direkt Richtung Dolmar. Die anfangs noch recht niedrige lockere Wolkendecke drückte unsere Flughöhe vorerst auf 3500 ft msl (1050 m Meereshöhe). In einem leichten Links Schwenk umflogen wir die Kontrollzone des Nürnberger Flughafens westlich und hatten schon bald den Dolmar als markanten isoliert stehenden Berg am Horizont in Sicht. Wegen der inzwischen kräftig drückenden Blase wurde dies mit Erleichterung vermerkt. Kurz hintereinander n setzen wir auf der leicht gegen den Hang ansteigenden Graspiste auf.

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Am Dolmar angekommen

Nach einem kurzen Begrüßungstratsch mit einigen anwesenden Flugschülern, die auf den Flugplatzbesitzer und Fluglehrer Jürgen Schlüter warteten, stand uns der Sinn nach etwas zu Essen. Da die Flugplatzkneipe noch geschlossen war und auch um uns die nach fast zwei Stunden im engen Cockpits steif gewordenen Beine zu vertreten, machten wir uns auf den Weg zum Charlottenhaus, einem Ausflugslokal am Gipfel des Dolmar. Gestärkt durch Thüringer Rostbrätel und alkoholfreies (weil wir später noch eine Runde fliegen wollten) Thüringer Bier kamen wir am späten Nachmittag wieder am Flugplatz an. Dort war, wie wir bereits vom Charlottenhaus beobachten konnten, der Schulungsbetrieb in vollem Gange. Der rege Flugbetrieb machte Lust auf einen gemütlichen Abendflug und so starteten wir bei schon tief stehender Sonne in den nun ruhigen und nur mit lockeren Wolken besetzten Himmel , um die nähere Umgebung des Dolmar aus der Luft zu erkunden.

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Blick zurück auf den Dolmar kurz nach dem Start

Nach einer halben Stunde in der seidenweichen Luft landeten wir schließlich erfüllt von den Eindrücken der in der Abendsonne vor uns liegenden Landschaft des Thüringer Waldes, um mit einem kühlen Bier und herzhafter Quiche Lorraine in geselliger Runde mit einheimischen und angereisten Piloten den Tag ausklingen zu lassen. Nach ruhiger Nacht im Zelt bzw. Holzhütte hatte sich das angekündigte Schönwettergebiet auf ganz Süd- und Mitteldeutschland ausgebreitet, und so konnten wir bei bestem Flugwetter und inzwischen angenehmeren Temperaturen zum heiligen Berg der Segelflieger, der Wasserkuppe starten. Mit einem tiefen Formationsüberflug verabschiedeten wir uns von den freudig winkenden Fliegerfreunden und inzwischen zahlreichen Zaungästen (der Dolmar ist am Wochenende ein beliebtes Ausflugsziel) und nahmen Kurs auf die am westlichen Horizont bereits zu erkennende Wasserkuppe, die mit 950 m die höchste Erhebung der Rhön darstellt. In dem sehenswerten Segelflugmuseum der Wasserkuppe ließen wir die Geschichte des Segelflugs an uns vorbeiziehen und verbrachten dort staunend und die kühnen Helden der Pionierzeit bewundernd die Mittagszeit. Zum Tanken flogen wir anschließend zum Kurort Bad Neustadt an der Saale (EDFD), dessen Flugplatz auf einer kleinen Hochebene über der hübschen Stadt liegt. Da dort jedoch die Flugplatzkneipe nicht geöffnet hatte und wir Lust auf einen Kaffe hatten, war unser Aufenthalt nur kurz und mit jetzt wieder vollen Tanks ging es weiter nach Lichtenfels. Bereits bei der Planung unseres Ausflugs hatten wir die mittelalterliche Korbflechterstadt als zweiten Übernachtungsort ausgesucht, da der dortige Flugplatz in unmittelbarer Nähe der Altstadt liegt und somit auch eine Gaststätte bzw. Übernachtungsmöglichkeit bequem zu Fuß erreichen sein sollte. Die überaus freundlichen Piloten des dortigen Fliegerclubs luden uns jedoch zum abendlichen Schnitzelessen ins Vereinsheim ein und boten uns an, direkt beim Flugzeug zu zelten oder im Vereinsheim den Schlafsack für die Nacht auszurollen. Wir nahmen dies dankend an und machten in der Zwischenzeit einen Spaziergang in die sehenswerte malerische Altstadt. Der Abend mit den Lichtenfelser Fliegern war dann sehr ausgelassen und erst in den frühen Morgenstunden wurden wir in unsere Schlafsäcke „entlassen“, nicht bevor uns die Kaffemaschine incl. des noch vom Vortag übrig gebliebenen Kuchens für das Frühstück angeboten wurde. Am nächsten Morgen starteten wir in den strahlend blauen Himmel, um nach einem Zwischenstopp in Neuburg-Egweil (EDNJ) am frühen Nachmittag schließlich wieder am Heimatflugplatz Jesenwang anzukommen. Die herzliche Gastfreundschaft, die wir wie auch schon bei früheren Besuchen am Dolmar, aber diesmal auch ganz besonders in Lichtenfels erleben durften, bleibt uns in angenehmer Erinnerung und macht Lust auf zukünftige Ausflüge zu weiteren uns noch unbekannten Flugplätzen.